
Allianz für Tiere vergibt Pro Tier-Förderpreis –
Bundesministerin Künast lobt neue Wege in der Tierzucht
Berlin, den 1. September 2005 – Anlässlich der Verleihung des Pro Tier-Förderpreises für artgerechte Nutztierhaltung spricht sich die Allianz für Tiere in der Landwirtschaft für eine Abkehr von der einseitigen Hochleistungszucht und die Stärkung alternativer Zuchtziele aus. Die Allianz für Tiere ist ein Zusammenschluss führender Organisationen des Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzes. Bundesministerin Renate Künast hat als Schirmherrin des Pro Tier-Förderpreises heute in Berlin im Rahmen eines Festaktes den Preis übergeben. Ausgezeichnet wurden sechs ökologische und konventionelle landwirtschaftliche Betriebe bzw. Initiativen, die Vorbildliches für eine tiergerechte Zucht in der Landwirtschaft und den Erhalt alter Landrassen leisten.
Je nach Tierart stammen heute über 90 Prozent der Nutztiere aus dem Genpool einiger weniger Konzerne, die einseitig an Höchstleistung orientiert sind. Mehr Milch, mehr Eier, mehr Fleisch – und das in immer kürzerer Zeit. Gleichzeitig wird die Haltung der Nutztiere zunehmend nach industriellen Maßstäben rationalisiert. Die Folgen sind eine starke Zunahme von Erkrankungen an Organen und Gliedmaßen sowie eine Abnahme der Lebensdauer. Alte Landrassen werden verdrängt und sterben aus, die genetische Vielfalt schwindet.
„Die konventionelle Tierzucht hat zu lange auf reine Leistungszucht gesetzt und dabei zu wenig die begrenzte Anpassungsfähigkeit der Tiere berücksichtigt,“ so Bundesverbraucherministerin Renate Künast bei der Preisvergabe. Umso wichtiger sei es, gelungene Beispiele für eine tier-gerechte Zucht und für die landwirtschaftliche Nutzung von Rassen, die vom Aussterben bedroht sind, in die Öffentlichkeit zu tragen. Tiergerechte Zucht und Haltung seien gleichermaßen Voraussetzungen für gesunde Tiere und gesunde Lebensmittel.
Mit ihrem Förderpreis würdigt die Allianz für Tiere erfolgreiche Betriebe und Initiativen für eine tiergerechte Zucht und für die landwirtschaftliche Nutzung gefährdeter alter Landrassen. Auf den Höfen der Preisträger sind aufgrund Zucht, Haltung und Fütterung die Tierarzt- und Arzneikosten niedriger und der Gesundheitsstatus deutlich besser als im Bundesdurchschnitt. Preiswürdig sind auch solche Höfe, die alte Landrassen wieder landwirtschaftlich nutzen und für sie neue Vermarktungswege erschließen. Die Betriebe leisten einen besonderen Beitrag zur genetischen Vielfalt und übernehmen häufig wichtige Naturschutzleistungen. Bei den Pro-Tier-Preisträgern leben die Tiere den Sommer über auf der Weide, und der Blick in die Ställe steht den Verbrauchern frei – weil es hier nichts zu verstecken gibt, betonten die Spitzenvertreter der Allianz für Tiere in ihren Würdigungen. Der Erfolg der Betriebe zeigt, dass Landwirte und Verbraucher gleichermaßen von einem entsprechenden Engagement profitieren können und die Verbraucher bereit sind, die erbrachten Mehrleistungen zu honorieren.
Meldung als Download (pdf): hier
Pressebilder in Druckqualität (mind. 300 dpi) zu den einzelnen Preisträgern auf Anfrage: info@make-sense.org

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