
Impulsbeitrag von Michael Starp, Leiter der Abteilung "Vieh und Fleisch" im Deutschen Bauernverband
Wohl kein anderer Sektor steht so sehr im Mittelpunkt der Medien wie die Landwirtschaft und hierbei insbesondere die Nutztierhaltung. Kaum eine Woche vergeht und es finden sich neue Schlagzeilen. Sie beziehen sich vor allem auf die Bereiche Subventionen, Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz.
Die so genannte Agrarwende hat Impulse im Bereich der erneuerbaren Energien gegeben. Diese der Umwelt zugute kommende Entwicklung gilt es nachhaltig zu stärken. Die ökologische Landwirtschaft hat sich günstig entwickelt und ihren Platz im Markt gefestigt. Dabei hat die Politik jedoch die konventionelle Landwirtschaft vernachlässigt.
Die Diskussion um die Tierhaltung muss versachlicht werden. Hinter Landwirtschaft und gerade hinter der Tierhaltung steckt eine komplexe Wirklichkeit, die vielfach durch Zielkonflikte geprägt ist. Absolutheitsansprüche für ein Einzelziel und Ideologie führen ins Leere. Vielmehr müssen die Bestimmungen und Gesetze fachlich begründet und abgewogen sein.
Veränderungen lassen sich nur mit und nicht gegen die Bauernfamilien erreichen. Die tagtägliche Betreuung der Nutztiere an 365 Tagen im Jahr ist für unsere Landwirte eine Selbstverständlichkeit. Dabei stellen die vorhanden Gesetze und Verordnungen den Handlungsrahmen dar.
In der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung werden Ansprüche des Tier- und Umweltschutzes immer stärker berücksichtigt. Dies sollte in der Politik und in der Öffentlichkeit stärkere Berücksichtigung finden.
Tier- und Umweltschutz ist keine Frage der Betriebsgröße. In Großbetreiben, die aufgrund der geschichtlichen Entwicklung vor allem in den neuen Ländern angesiedelt sind, gelten die gleichen Tier- und Umweltstandards unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere.
Investitionen in die Tierhaltung sind notwenig für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Rundum jeder Tierhaltung entstehen Arbeitsplätze, die gerade in den neuen Ländern dringend gebraucht werden.
Die Subventionen des Bundes im Agrarbereich wurden innerhalb der letzten 10 Jahre von 2.4 Mrd. EUR um mehr als die Hälfte auf heute 1,1 Mrd. EUR gesenkt. Die Landwirtschaft hat damit überproportional zum Subventionsabbau beigetragen.
Nutztierhaltung muss auch ein angemessenes Einkommen für die Betriebe ermöglichen. Es ist darauf zu achten, dass die Betriebe innerhalb der EU wettbewerbsfähig bleiben. Deshalb dürfen die nationalen Vorschriften nicht gegenüber den EU-Vorgaben verschärft werden.
Unsere Landwirtschaft muss sich zunehmend auch im Weltmarkt behaupten. Um den Tier- und Umweltschutz abzusichern, ist es notwendig, dass unsere hohen Standards bei den WTO-Verhandlungen abgesichert werden.
In der Seuchenkämpfung muss künftig auf Schutzimpfungen gesetzt werden. Bei Seuchenfällen lassen sich hierdurch Massentötungen verhindern, die weder von den Landwirten noch von der Öffentlichkeit akzeptiert werden. Die Landwirtschaft braucht auch Unterstützung, um die Tötungen endlich zu beenden, die bei BSE Feststellungen immer noch angeordnet werden.
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