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Impulsbeitrag von Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes
Vielfach gelten Tierschützer als ernst und humorfrei. Auch wenn das ein Vorurteil ist, führt es dazu, dass Medienvertreter zuweilen Berührungsängste haben. Dass dieses Klischee entstehen konnte, hat sicher auch damit zu tun, dass wir mehr mahnen als loben können. Dies betrifft nicht zuletzt die Medien selbst: Tiere, die für ein TV-Event geschlachtet, Spatzen, die für TV-Shows abgeschossen oder Tiere, die wider ihres natürlichen Verhaltens, zu Clowns vor der Kamera erzogen werden. Dann ist, dann muss der Tierschutz oft Sittenwächter und Mahner sein.
Zugleich sind Medien aber vielfach auch aktive Partner des Tierschutzes. Es mag ein Phänomen unserer Zeit sein, dass dabei immer häufiger die kurzfristige, effektvolle Berichterstattung über Skandale im Vordergrund steht. Das hilft oft dem einzelnen Tier im konkreten Fall und sorgt bei Behörden für rasche Entscheidungen, die Tierschützer schon lange anmahnen.
Dabei bleiben viele grundsätzlichere Betrachtungen jedoch auf der Strecke: Tierversuche, Tierzucht oder auch die Nutztierhaltung in seinen Grundfragen. Es braucht offenbar immer einen Skandal a la BSE oder MKS oder Covance, um mediale Aufmerksamkeit zu erzielen. Diese Skandale können Tierschützer als Plattform nutzen. Die Berichterstattung erfolgt dann jedoch oft aus dem Blickwinkel der Wirtschaft: Wie groß ist der wirtschaftliche Schaden für die Landwirte? Was muss der Steuerzahler an Ausfallgeldern zahlen? Wie viele Arbeitsplätze können geschaffen werden in der Massentierhaltung?
In Zeiten von Hartz IV / ALG II und miserable Haushaltszahlen der öffentlichen Hand, ist der Tierschutz nicht auf der Seite 1 zu finden. Mit der großen Koalition wird es nicht einfacher. In diesem Punkt setzen wir dann auch auf die Medien als Partner, die im Sinne des Tier- und Verbraucherschutzes argumentieren. Nicht einseitig, aber konsequent. Und wenn Tiervermittlungssendungen wie „Tiere suchen ein Zuhause“ Reportagen wie „37° Grad“ oder Titelgeschichten in den Tages- und Wochenzeitungen hohe Aufmerksamkeit haben, dann gibt es auch ein Publikum, das informiert und aufgeklärt werden will.
Eine Bemerkung sei mir noch gestattet, mehr in Richtung der Werbemedien: Wie oft machen sich Werber Tiere zunutze und setzen sie als „Eyecatcher“ ein? Es sollte zur Pflicht werden, dass für jedes Plakat, auf dem ein Tier für ein Produkt wirbt, ein Euro gezahlt werden müsste. Dem ehrenamtliche Tierschutz wäre damit sehr geholfen.
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