
von Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Bundesminister Seehofer,
liebe Preisträgerinnen und Preisträger,
sehr verehrte Damen und Herren,
Als weiteren Preisträger möchte ich der Familie Bauck und der Familie Bremer von der Betriebsgemeinschaft Bauckhof gratulieren.
Dieser Hof mit Geflügel und Bullenhaltung wird bereits seit 1932 nach den Richtlinien des Anbauverbandes Demeter bewirtschaftet und ist damit einer der ersten Biohöfe in Deutschland. Heute ist dieser Betrieb durch den Ideenreichtum und das Engagement der Betriebsleiter ein Musterbeispiel für eine moderne und tragfähige Landwirtschaft mit tiergerechten Haltungsmethoden.
Hervorzuheben ist die tierfreundlich Haltung von 3800 Legehennen und 3250 Masthähnchen in Freilandhaltung und Mobilställen bei einer 100-prozentiger Bio-Fütterung! In diesem Haltungssystem können die Tiere ihre arttypischen Verhaltensweisen wie Scharren und Sandbaden ausüben und auch ihr Bewegungsbedürfnis wird erfüllt. Die Eiererzeugung und Hähnchenmast sind so erfolgreich, dass diese Betriebszweige weiter ausgeweitet werden. Es gibt keine nennenswerten gesundheitlichen Probleme – wie uns von den Käfighaltern gerne weisgemacht wird - und die Hühner haben sogar eine längere Lebenszeit, da sie eine Mauser durchmachen dürfen. In der Zukunft will man sich verstärkt mit dem Einsatz einer Zweinutzungsrasse befassen und die Freiland-Putenhaltung mit Naturbrut ausdehnen.
Die Bullenmast zeigt, dass das Tier als Individuum geachtet wird, denn durch den engen Kontakt ist die Herde auch auf der Weide ungewöhnlich zahm. Dieses Vertrauen der Tiere in die Menschen erleichtert und bereichert die tägliche Arbeit.
Der Bauckhof bietet nicht nur Arbeitsplätze für sozial Benachteiligte, sondern schuf durch den Hofladen, die eigene Verarbeitung und den Lebensmittelversand zusätzliche Arbeitsplätze, durch welche die Region wirtschaftlich gestärkt wird. Außerdem wird durch die Direktvermarktung und die jährlichen Hoffeste der Bezug der Kunden zur Landwirtschaft gefestigt. Geplant ist die Errichtung eines eigenen Schlachthauses um den Tieren zukünftig den Transport zum 90 km entfernten Schlachthof zu ersparen. Auch durch die Schlachtung auf dem Betrieb werden weitere Arbeitsplätze entstehen und für die Tiere Stress und Leiden reduziert werden.
Wir gratulieren dem Bauckhof für diese herausragenden Leistungen zum Wohle der Tiere ebenso wie zum Wohle der Menschen.

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