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Kontakt
  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Deutscher Tierschutzbund
Schweisfurth-Stiftung
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
 
Hofgut Hofgeismar der Baunataler Diakonie Kassel e.V.

 

1. Betriebsbeschreibung:

 

Das Hofgut Hofgeismar wurde 1980 gegründet und bewirtschaftet derzeit etwa 90 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Seit 2001 wird der Betrieb organisch-biologisch nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes bewirtschaftet. In einer weitgestellten 6-feldrigen Fruchtfolge werden Getreide, Leguminosen, Kleegras und Kartoffeln angebaut. Mit der Außenwirtschaft werden unter dem Aspekt des Kreislaufgedankens die Voraussetzungen für die Arbeitsplätze auf dem Hof geschaffen.

 

Seit dem Jahr 2000 ist man in der Einrichtung mit einer Neuordnung des Arbeitsfeldes Landwirtschaft befasst. Bei der Neukonzeption stand neben der wirtschaftlichen Verbesserung die artgerechte Haltung von Tieren in Verbindung mit einer sinnvollen Arbeit für behinderte Menschen im Vordergrund. Motiv für eine diakonische Einrichtung ist der Aspekt, dass die eigene Verantwortung der Arbeit für die Menschen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit nicht Tiere als Mitgeschöpfe und die Natur mit Blick auf den Schutz von Boden und Wasser ausklammert.

 

Artgerechte Tierhaltung ...

Die Tierhaltung hat den Schwerpunkt in der artgerechten Haltung von 42 Zuchtsauen mit der Ferkelaufzucht und 220 Mastschweinen. Daneben werden 8 Galloway – Rinder, 1 Pferd, 25 Gänse und 150 Masthähnchen gehalten.

 

Nach etwa 18-monatiger Planung begann im Frühjahr 2003 der Umbau der Stallungen, der in 2004 abgeschlossen wurde. Besonders beeindruckend ist für Besucher und die mitarbeitenden Beschäftigten die Rückkehr der Tiere zu arteigenen Verhaltensweisen, z.B. beim Scheuern der Schweine an der Scheuerbürste, dem Wühlen im Stroh, dem Umhertragen von Futter kann das Tier mit seinen individuellen Bedürfnissen sichtbar wahrgenommen werden.

 

Relativ neue Haltungssysteme wie das Gruppensäugen, bei dem jeweils 3 Sauen mit ihren Würfen in einer Großraumbucht gehalten werden, unterstreichen die konsequente Absicht ein artgerechtes Haltungssystem einzurichten.

 

Die besondere Leistung ist darin zu sehen, behinderte Menschen mit landwirtschaftlicher Arbeit zu betreuen und gleichzeitig eine artgerechte Tierhaltung umzusetzen. Ziel des Hofgutes war es dabei auch, praxistaugliche Lösungen für die Behindertenarbeit einzurichten. Die vollzogenen Schritte wurden 2004 mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet.

 

... als Basis für die Arbeit mit Behinderten

Ein wichtiges Merkmal der pädagogischen Arbeit mit den behinderten Mitarbeitern in der Tierhaltung ist das tägliche Üben von Kontinuität, Verantwortung für die Tiere – auch seine eigenen Interessen mal hinten an zu stellen. Das ist nicht immer einfach. Die Form der Haltung bietet Gelegenheit, ein sonst anonymes Tier mit seinen Bedürfnissen und Eigenarten wahrzunehmen.

 

Seit dem Jahr 2006 werden einmal wöchentlich auch schwerer behinderte Menschen mit in das Arbeitsfeld Landwirtschaft einbezogen – z.B. Autisten gezielt zum Mensch-Tier-Kontakt motiviert, Tieren etwas zum Fressen vorgelegt, sie zu beobachten, ihre Eigenschaften zu entdecken (ein flauschiges Kücken oder ein quiekendes Ferkel).

 

Lebensmittel – Mittel zum Leben

Des Weiteren ist es im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit auch Absicht auf die Verantwortung des Verbrauchers hinzuweisen, dass mit einer Kaufentscheidung für ein Lebensmittel auch die Art und Weise der Entstehung und Herstellung beeinflusst wird – man den Begriff wörtlich als Mittel zum Leben nehmen muss. Da die Lebensmittelherstellung in der Tierhaltung ihren Anfang nimmt, hat die Firma tegut, über die die tierischen Produkte vermarktet werden, bereits den Transport sowie die Schlachtung der Tiere über einen Dienstleister organisiert.

 

Aus dieser Kooperation mit tegut hat sich eine gute Partnerschaft entwickelt. In den Jahren 2005 und 2006 wurde gemeinsam mit tegut jeweils im Oktober zum „Tag der offenen Stalltür“ eingeladen. Die Schnittstelle von artgemäßer Tierhaltung zur Lebensmittelherstellung sollte dargestellt werden und hat zu beiden Terminen für Interesse bei 1000 bis 1500 Besuchern gesorgt.

 

 

2. Gründe für die Juryentscheidung:

 

Schaffung von Beschäftigungs- und Lebensalternativen für Menschen mit Behinderungen, u.a. durch Integration in die Arbeitsabläufe einer artgerechten und ökologischen Tierhaltung.
Besonders artgerechte Schweinemast mit ständigem Auslauf, Einstreu und Weidegang für Sauen und Ferkel.
Optimale Abstimmung der Arbeitsabläufe auf die spezifischen Fähigkeiten der behinderten Mitarbeiter.

 

 

3. Zahlen – Daten – Fakten:

 

Preisträger:

Hofgut Hofgeismar der Baunataler Diakonie Kassel e.V.

 

Anbauverband:

Bioland (seit 2001)

 

Betriebsfläche:

Landwirtschaftlich genutzte Fläche: ca. 90 Hektar

Ackerfläche: ca. 82 Hektar

Dauergrünland: ca. 8 Hektar

 

Arbeitskräfte:

4 AK (Gruppenleiter bzw. Produktionshelferin), zusätzlich 12 Behinderte

 

Tiere:

Rinder: kleine Mutterkuhherde Galloways (6 Tiere)

Ca. 45 Sauen (DAN) und rund 200 Masttiere (sog. „XXL-Schweine“ mit 148 Kg Schlachtgewicht und 236 Tagen Mastdauer)

150 Masthähnchen und 25 Mastgänse

 

Aufstallung:

Rinder: überwiegend Weidehaltung, sonst Laufstall mit Stroheinstreu

Schweine: Stallhaltung auf Stroh mit Auslauf, Gruppensäugen, Weidegang für Sauen und Ferkel an 200 Tagen im Jahr

Geflügel: Stall- und Weidehaltung

 

Schlachttransport:

Maximal 1,5 Stunden

 

Vermarktung:

Vermarktung vorwiegend über die Firma tegut („XXL-Schwein“)

 

 

4. Kontakt:

 

Hofgut Hofgeismar

Baunataler Diakonie Kassel e.V.

Peter Emmerich

Schützenplatz 2

34369 Hofgeismar

Fon: 0 5671 / 50 70 808

Fax: 0 56 71/ 50 70 809

E-Mail: peter.emmerich@baunataler-diakonie-kassel.de

Internet: www.baunataler-diakonie-kassel.de/

 

 

5. Bilder / Pressebilder

 

Im folgenden finden Sie ein Auswahl von Bildern, mit denen wir Ihnen einen visuellen Eindruck von der Arbeit auf dem Hofgut Hofgeismar geben wollen.

 

Sämtliche Bilder können für Pressezwecke verwendet werden. Falls Sie die Bilder als Datei in druckfähiger Auflösung benötigen, so können Sie diese hier in gleicher Reihenfolge wie unten abgebildet downloaden. Als Quelle/Copyright geben Sie bitte "privat" an. Der Abdruck ist kostenfrei - über ein Belegexemplar würden wir uns freuen.

 









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