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Ökohof Kuhhorst der Mosaik-Werkstätten für Behinderte gGmbH

 

1. Betriebsbeschreibung:

 

Der Ökohof Kuhhorst gGmbH liegt im brandenburgischen Havelland, 36 Kilometer nördlich der Hauptstadt. In enger Zusammenarbeit mit den Einwohnern der Gemeinde Deutschhof gründete der MOSAIK e. V. 1991 den Ökohof Kuhhorst als Modellprojekt zur beruflichen Förderung behinderter Menschen. Der Ökohof produziert die landwirtschaftlichen Produkte, und die Werkstatt für Behinderte übernimmt deren Weiterverarbeitung. Vor allem die Verknüpfung von artgerechter Tierhaltung mit daran anbindenden Wertschöpfungsketten die Schaffung von Arbeitsplätzen in strukturschwachen ländlichen Raum erwirkt.

 

Der Ökohof gehört bereits seit 1992 dem ökologischen Anbauverband Gäa und seit 2006 dem Verbund Ökohöfe an und ist seit 2002 einer der 200 bundesweiten Demonstrationsbetriebe für den ökologischen Landbau in Deutschland. Dies entspricht dem Leitbild des Betriebes, der seit Anbeginn eine engagierte und breite Öffentlichkeitsarbeit betreibt. 2006 wurde der Ökohof für seine herausragenden Leistungen mit dem 1. Platz des Förderpreises Ökologische Landwirtschaft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgezeichnet.

 

Vielseitige Landwirtschaft und Verarbeitung

Die Ökohof Kuhhorst baut auf über 400 Hektar Getreide und Futterfrüchte an, betreibt mit ca. 200 Rindern Milch- und Viehwirtschaft und ist mit 100 Schweinen in der Fleischerzeugung tätig.

 

600 Enten und 800 Gänse können in den Sommermonaten auf der Gänsewiese besichtigt werden und bereichern ab November als Saisonprodukt die Angebotspalette. Neben Kühen und Schweinen kann auch ein kleiner Streichelzoo besucht werden.

 

Der Hof bietet mehr als 70 jungen Menschen, die vorwiegend geistig behindert sind, einen Arbeitsplatz und sorgt für ihre soziale Integration. Er bietet vielfältige Arbeiten in der Landwirtschaft, Geflügelwirtschaft und Geflügelzucht, im Gemüse- und Obstbau sowie bei der Weiterverarbeitung: Das Getreide wird auf dem Hof gereinigt und der Dinkel geschält. Aus dem Dinkel werden Bandnudeln bereitet, die mit Bärlauch und Basilikum verfeinert werden.

 

In der hofeigenen Käserei werden Schnittkäse, Quark und Joghurt-Desserts hergestellt. Außerdem werden Wurstwaren erzeugt. Die Produkte sind im Hofladen in Kuhhorst zu erwerben oder in einem der Naturkostläden, z. B. „Land & Garten“ in Berlin, die zum MOSAIK-Unternehmen gehören.

 

Sinnvolle Arbeit für Menschen mit Behinderungen

Die zentralen Zielsetzungen in der Arbeit mit behinderten Menschen bezieht der Ökohof Kuhhorst aus seiner Bindung an den Mosaik-Unternehmensverbund, einem der bedeutenden Interessenvertreter für die soziale und berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung in Berlin.

 

Die Schaffung moderner und attraktiver Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gibt vor allem geistig behinderten Menschen die Chance, im ländlichen Raum zu arbeiten, zu wohnen und zu leben.

 

Für die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit sowie handwerklicher Fähigkeiten bietet dieses Umfeld eine Vielzahl an abwechslungsreichen Beschäftigungs- und Freizeitmöglichkeiten.

 

Der Umgang mit Tieren, Pflanzen und landwirtschaftlichen Produkten fördert die Empfindungsfähigkeit und die soziale Kompetenz der behinderten Mitarbeiter auf ganz besondere Weise. Die erfolgreiche Integrationsarbeit des Ökohofs Kuhhorst zeigt deutlich die Potenziale auf, in der Landwirtschaft und der Verarbeitung neue und vor allem sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen

 

Schutz gefährdeter Nutztierrassen

Auch der Schutz gefährdeter Nutztierrassen gehört zu einem nachhaltigen Engagement in der ökologischen Landwirtschaft, wie es der Ökohof Kuhhorst praktiziert. Der Erhalt vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen bedeutet den Erhalt kulturellen Erbes. Bereits seit der Gründung des Ökohofs Kuhhorst 1992 werden Sattelschweine und seit 2006 auch das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind sowie Skudden gehalten. Im Juni 2007 wurde der Ökohof Kuhhorst als zweite Nutztier-Arche im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ausgewiesen.

 

„Mit Genuss erhalten!“ – So lautet in diesem Zusammenhang das Motto der Kuhhorster. Denn nur, wenn der Viehbestand – hier das Deutsche Sattelschwein und das Deutsche Niederungsrind – auch der Schlachtung zugeführt, zu Fleischwaren verarbeitet und gegessen wird, ist eine erfolgreiche Zucht möglich. Nur auf diese Weise kann die genetische Reserve gesichert werden, und der Kreis der Halter und Züchter kann sich vergrößern.

 

 

2. Gründe für die Juryentscheidung:

 

Schaffung von Beschäftigungs- und Lebensalternativen für Menschen mit Behinderungen, u.a. durch Integration in die Arbeitsabläufe einer artgerechten und ökologischen Tierhaltung.
Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region mit hoher Arbeitslosigkeit (19 %).
Vielseitige, artgerechte und ökologische Tierhaltung mit gutem Gesundheitsstatus der Tiere.
Erhalt einiger vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen (anerkannter „Arche“-Hof).
Konsequente Einbindung handwerklicher Lebensmittelverarbeitung in den Betriebsorganismus mit Schwerpunkt tierischer Produkte.
Große Transparenz in der Lebensmittelverarbeitung („Gläserne Produktion“).
Umfassendes Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.
Umfangreiche Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.
Engagierte und breite Öffentlichkeits- und Medienarbeit zur Verbreitung der Idee des Ökologischen Landbaus.

 

 

3. Zahlen – Daten – Fakten:

 

Preisträger:

Ökohof Kuhhorst gGmbH

 

Anbauverband:

Gäa (seit 1992) jetzt Verbund Ökohöfe

 

Betriebsfläche:

Landwirtschaftlich genutzte Fläche: ca. 400 Hektar

Ackerfläche: ca. 300 Hektar

Dauergrünland: ca. 100 Hektar

 

Arbeitskräfte:

25 AK, zusätzlich 80 Behinderte

 

Tiere:

Rinder (Deutsches Schwarzbunte Niederungsrind): 205 behornte Rinder, davon 75 Milchkühe mit einer Milchleistung von durchschnittlich 7.000 Liter/Jahr

110 Schweine (Deutsches Sattelschwein)

saisonal jeweils 600 Mastenten (Moularden) und 800 Mastgänse

sowie Pfauen, Skudden, Deutsche Edelziegen und Zwergziegen, Esel („Streichelzoo“)

 

Aufstallung:

Rinder: Tiefstreu-Laufstall und Weidehaltung

Schweine: Stallhaltung auf Stroh mit Auslauf

Geflügel: Weide

 

Fütterung:

Überwiegend hofeigenes Futter

 

Schlachttransport:

Maximal 0,5 Stunden mit Begleitung durch vertraute Personen

 

Verarbeitung:

Hofeigene Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren

Herstellung von Nudeln, Müsli und Gebäck

Hofkäserei: Milch und Milchprodukte

 

Vermarktung:

Eigener Hofladen sowie verschiedene Verkaufsstätten in Berlin

 

 

Kontakt:

 

Heinz-Joachim Brych

Ökohof Kuhhorst gGmbH

Dorfstr. 9

16818 Deutschhof/Kuhhorst

Fon: 03 39 22 / 6 08 03

Fax: 03 39 22 / 6 09 33

E-Mail: h.brych@mosaik-wfb.de

Internet: www.kuhhorst.de

 

 

5. Bilder / Pressebilder

 

Im folgenden finden Sie ein Auswahl von Bildern, mit denen wir Ihnen einen visuellen Eindruck von der Arbeit auf dem Ökohof Kuhhorst geben wollen.

 

Sämtliche Bilder können für Pressezwecke verwendet werden. Falls Sie die Bilder als Datei in druckfähiger Auflösung benötigen, so können Sie diese hier in gleicher Reihenfolge wie unten abgebildet downloaden. Als Quelle/Copyright geben Sie bitte "privat" an. Der Abdruck ist kostenfrei - über ein Belegexemplar würden wir uns freuen.

 

 

 












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